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Archive for September 2012

Ja, ich wohne wieder in Köln und nein, nicht mehr in Wien.

Ansonsten ist mir aber in der Zwischenzeit zeitweise das Schreiben vergällt worden, denn teilweise hat nichts so funktioniert, wie ich es mir vorgestellt/erhofft habe.

Beginnen wir doch mal im Mai, nach meiner Ankunft hier.

Der Umzug an sich hat toll geklappt, ich hatte ja auch fantastische familiäre Unterstützung! Hier kam ich dann in einem eigens für mich renovierten Zimmer in meiner großen, alten, geliebten Wohnung bei J.G. unter. Nach anfänglich vorsichtigem Umeinanderschleichen und einer Eingewöhnungsphase mit leicht fremdelnden Anflügen fühle ich mich auch wieder vollkommen wohl. Die Wohngemeinschaft mit brüderlich-schwesterlichem Ambiente funktioniert harmonisch und unkompliziert. Soweit also alles paletti.

Was jedoch gar nicht paletti ist, ist meine Gesundheit.

Mitte Mai, zwei Wochen nach meiner Ankunft, nahm das Drama seinen Lauf. Ich stand banal von einem Stuhl auf, in meinem Knie jaulten sämtliche Gräten, in meinem Kopf explodierten Blitze und einen lauten Schmerzensschrei verhinderte lediglich der Schock über dieses fatale Mißgeschick.

Ich konnte nicht mehr auftreten und zwei 10 Jahre lang aufbewahrte Krücken von meinem damaligen Achillessehnenriss halfen mir über die ersten Tage.

Nun sollte man meinen, die Iro geht zum Arzt, lässt sich behandeln und dann wird alles wieder gut, sie wollte ja sowieso ein kleines arbeitsfreies Sommerpäuschen einlegen.

Konnte die Iro aber nicht machen. Sie hatte nämlich noch keine Krankenversicherung und ihr wisst ja, so reich ist die Iro nicht, dass sie eine private Behandlung hätte zahlen können.

Nun sollte man ebenfalls meinen, es sei ja kein Problem, eine Krankenversicherung zu bekommen.

Falsch (zumindest wenn man vorher im Ausland versichert war)!

Wenn nämlich die Auslandskrankenkasse verpennt, der deutschen Krankenkasse einen Beweis zuzusenden, dass man dort nur bis zum Zeitpunkt XYZ versichert war, darf einen die deutsche Kasse nicht versichern. Erst wenn der vorliegt, geht es weiter. Na, ratet mal, wann die Österreicher es geschafft haben, diesen Beweis zu senden? Jaaa, Mitte Juli (!) war es soweit.

Nun sollte man weiterhin meinen, die Iro sollte ja ab 01.06. Geld vom Arbeitsamt bekommen, sofern sie sich dort meldet (was sie tat) und somit sollte auch der Krankenkassenbeitrag von dort übernommen werden.

Falsch (keinen Pfennig bekomme ich, obwohl ich die letzten 30 Jahre hüben wie drüben fleissig Beiträge eingezahlt habe. Mein Antrag wurde abgelehnt, aber damit bin ich bis heute noch nicht fertig)!

Wenden wir uns also wieder meinem Knie zu, dem ich mit Schmerzmitteln und Salben wochen- ja, sogar monatelang zu Leibe rückte. Keine Untersuchung mit Diagnose in Sicht, also humpelte ich kläglich von Mitte Mai bis Mitte Juli mehr oder weniger eingeschlossen in meiner im 2. Stock liegenden Wohnung umher. Die Treppe war oft unüberwindlich für mich, nur in Notfällen biss ich auf die Zähne und zwang mich hinauf und hinunter, immer heilfroh, wenn ich den Aufstieg wieder hinter mich gebracht hatte.

Nun sollte man auch hier meinen…nun ja, es gab Fußball-EM, Leichtathletik-EM, Olympiade….es gibt Schlechteres, als dann frei zu haben.

Richtig!

Aber mit der Zeit war der anhaltende, permanente Schmerz trotz Schonung – auch ohne jegliche Bewegung – reichlich beängstigend und ich hätte dann doch lieber getauscht mit regem gesellschaftlichem Leben und der Freiheit, schmerzfrei meiner Wege zu gehen.

Mitte Juli winkte also dann der lang ersehnte Arztbesuch, der mir Gewissheit, Behandlung und hoffentlich Erlösung bringen sollte.

Falsch!

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