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Archive for April 2012

Gestern kamen wir im Kollegenkreis zufällig auf Lieblingsfilme zu sprechen und da blüht Iro ja immer auf, wie eine Sonnenblume im hellsten Sonnenschein.

Unter anderem haben wir festgestellt, dass sehr viele Kollegen Die üblichen Verdächtigen sehr mögen und ich bin ja sowieso ein riesiger Fan von Filmen, die mich mördermässig aufs Kreuz legen. Und da steht The Usual Suspects aber sowas von gaaaanz weit oben! Ich habe nach Ende des Films eine gefühlte halbe Stunde mit offenem Mund dagesessen und konnte es nicht fassen, während ich in meinen Gehirnwindungen fasziniert den Film rekapituliert habe.

Auf Anhieb würde ich mal Die Verurteilten / The Shawshank Redemption auf Platz 2 setzen und Der Clou / The Sting auf Platz 3.

Und Ihr so?

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Das hatte ich mir wirklich anders vorgestellt.

Anstatt ruhiger werde ich innerlich immer unruhiger, je kürzer die Zeit bis zur Abreise ist. Heute ist mein vorletzter Arbeitstag und morgen muß ich nur noch zarte 3 Stündchen ins Büro, ich könnte mich also hemmungslos freuen! Aber das gelingt mir – noch – nicht. Ich glaube, das ist wie bei Sportlern die gerade einen großen Sieg davongetragen haben, man realisiert das alles erst später.

Ich habe nächste Woche mehr Termine als in den letzten 5 Jahren zusammen und ehrlich gesagt, ich wünschte sie wären schon alle vorüber, würden abgesagt, liessen sich vernachlässigen, einfach ignorieren. Seit Wochen dieses ständige Kümmern müssen um irgendwas, Kündigungen, Einschulungen, Aufräumen, Ausräumen, Planen, Organisieren, Vermutungen äußern, mit Unsicherheiten balancieren, das strengt mich wirklich mental sehr an. 

Ich gehe sogar manchmal vor 0 Uhr ins Bett, weil ich total k.o. bin! Jaha!

Ich weiß schon, warum ich keine Kinder wollte und fühle mich aktuell total bestätigt. Das wäre nichts für mich gewesen, dieses 24/7 Verantwortung haben und mich kümmern müssen, Jahrelang, immerzu. Ich bewundere jeden von Herzen, der das schafft und nebenher noch arbeiten geht, den Bobtail versorgt und sich noch um Freunde bemüht und für sonstige gesellige Dinge engagiert. Wirklich und ernsthaft! RESPEKT!

Dabei läuft bisher alles ganz gut! Meinen Vermieter konnte ich so becircen, dass ich die Küche belassen darf. Eine große Sorge weniger, habe ich gestern erfahren. Auch mit den sonstigen Anbietern läuft alles reibungslos, (fast) alle Kündigungen wurden bedingungslos akzeptiert und mit dem einen Widerspenstigen werde ich auch noch klarkommen.

Solange ich das virtuell oder telefonisch abhandeln kann, fühle ich mich ok.

Mich belasten eher die Dinge wo ich persönlich antanzen muß. Große Abschiedsfeier mit dem Team am kommenden Wochenende. Alle ehemaligen Kollegen und Mitarbeiter, die mich unbedingt jetzt noch mal treffen wollen, bevor ich abreise, unbedingt nochmal Kaffee trinken gehen (dabei trink ich gar keinen Kaffee). Schmeichelhaft, aber dennoch lästig. Ämter, zu denen ich hin muß, mich abmelden etc., dabei muß ich doch noch soviel in der Wohnung machen und anwesend sein, wenn die Leute Dinge abholen kommen usw.

Aber daran spüre ich wieder überdeutlich, dass ich im Grunde meines Herzens ein introvertierer Mensch bin, der wirklich Probleme mit allzuviel Geselligkeit hat.

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Miete

Ich habe heute Post erhalten.

Meine Miete in Wien wird ab 01.05.2012 drastisch erhöht.

Kurz nachgedacht.

Hahaaaaa….

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Heute morgen lustwandelte ich zur Trafik meines Vertrauens, um mir meine übliche Dosis Teufelszeug, auch bekannt als Zigaretten zu kaufen.

Da mir vorher die Bezeichnung Trafik auch nicht geläufig war -> das ist eine Verkaufsstelle für Tabakwaren, Zeitungen, Schreibwaren, Parkscheine und Fahrkarten.

Irgendwie haben mich da alle wechselnden älteren Damen und Herren lieb, die augenscheinlich so ihre Rentenkasse mit einem Nebenerwerb etwas aufbessern.

Ich äußere also meinen konkreten Kaufwunsch und während ich so in meinem Portemonnaie nach Geld krame, hält mir die Dame hinter dem Verkaufstresen einen 20 Euro Schein entgegen und sagt: Den haben sie beim letzten Mal versehentlich liegenlassen.

Ich starre auf den Schein, ich strahle die Dame an, bedanke mich ganz herzlich und überschwänglich, verlasse die Trafik und denke:  

Ist es zu fassen? Wo trifft man noch solche Ehrlichkeit an? Ist das Leben nicht manchmal eins der Schönsten?

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Ihr hättet mich heute morgen sehen sollen.

Kurz bevor die beiden kamen wegen der Wohnung hab ich natürlich gelüftet was das Zeug hält. Man will ja schließlich einen guten, frischen, sauberen Eindruck machen.

Und plötzlich fiel mir ein, ich hab ja noch eine Dose Febre…dings….Raumlufterfrischer im Schrank.

Haha, ich steppte also wild um mich sprühend durch die ganze Wohnung und flötete immerzu ein neinhierwirdnichtgerauchtliedchen vor mich hin.

Ich mußte über mich selber kichern, so gut hat es in der Bude niemals vorher gerochen. Man konnte natürlich nicht mehr atmen vor lauter Duftwolken, aber ein bißchen Schwund ist ja immer….

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Heute morgen hat dann die Wohnungsbegehung durch meinen Vermieter und den Immobilienverwalter stattgefunden und irgendwie ist das völlig anders abgelaufen als erwartet.

Ich hatte mir das ja so vorgestellt, dass die suchen ob sie irgendwelche Makel finden, die sie dann auf Kosten meiner Kaution beheben lassen, aber davon war gar nicht die Rede.

Entweder bin ich ein Nullchecker oder die haben nur beratschlagt, was denn die Handwerker nach meinem Auszug so alles anstreichen und renovieren müssen. Von mir war gar nicht die Rede!

Ich habe dann auch darauf verzichtet schlafende Hunde zu wecken und sie kooperativ und bereitwillig durch die Wohnung latschen lassen. Die Stimmung war positiv, wir waren uns auch für kleine Scherze nicht zu schade und als ich dann noch anbot, die Küche vor Ort zu belassen, war auch diese Reaktion überraschend: Sie waren nämlich gar nicht so glücklich darüber.

Der Grund ist einleuchtend. Möchte der Nachmieter nämlich seine eigene Küche einbauen, dann muß meine auf Kosten des Vermieters abgebaut werden und man weiß ja nicht so genau, ob dann evtl. dahinter noch renoviert werden müßte (unter uns gesagt, ja, auf jeden Fall!) und daher müßte man die Rechtslage noch abklären und würde mich in den nächsten Tagen noch anrufen.

Nachdem ich mir nun bereits seit Wochen den Kopf darüber zerbreche, habe ich nun beschlossen, es ist mir egal. Total egal. Nach mir die Sintflut. Ich räume alles aus, ich verkaufe notfalls auch die Küche, bringt ja eventuell noch ein paar Hundert Euronen und dann bin ich weg. Sollen sie doch was von der Kaution abziehen, wurscht. Das gleicht sich dann vielleicht mit dem Geld für die Küche aus.

Und nachdem mir ja kurzfristig mulmig war, freue ich mich jetzt wieder aus ganzem Herzen auf meine Lieben. Ich kann den Tag nicht abwarten, wenn sie mich abholen kommen.

Schließlich bin ich hier so grandios gescheitert, das gehört geradezu gefeiert!!

 

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Mulmig

Also, ein bißchen mulmig ist mir ja schon.

Am Samstag telefonierte ich mit meiner Mutter und sie erkundigte sich, wie es mir ginge und ob ich gut voran käme mit der Wohnungsauflösung.

Wir plauderten vor uns hin und kamen dabei zufällig u.a. auf das Thema Essen, im speziellen die Gerichte, die natürlich bei Mama immer am besten schmeckten. Und völlig unschuldig schwelgte ich dann wahllos in der Vorfreude auf Champignonomelette, Spinat, Rotbarschfilet, Frikadellen und unter anderem auch Kirschpfannkuchen. Jahaaa, meinte Mama dann, davon gäbs aber zukünftig nur noch einen halben und keinen Ganzen mehr für mich. Die Anweisung hätte sie schon von meinen Schwestern bekommen.

Davon einmal abgesehen, dass das sicher vernünftig ist und mir nicht schaden wird, aber…ich war trotzdem im Augenblick erschrocken. Erschrocken, weil mir plötzlich beinhart klar wurde, dass meine völlige Unabhängigkeit schlagartig ein Ende haben wird.

Sicher werde ich immer noch selbst entscheiden können, was ich tue und was ich lasse. Aber nicht mehr unreflektiert und das macht mich gerade schon ein bißchen unruhig. Daran muß ich mich erst wieder gewöhnen.

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