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Archive for März 2012

Ich bin ja derzeit im organisatorischen Stress.

Das bedeutet, ich überlege den ganzen Tag im Büro was ich abends in der Wohnung machen kann und wenn ich dann zuhause bin, verschiebe ich es auf morgen.

So wäre das jedenfalls im üblichen Fall. Derzeit bin ich jedoch tatsächlich hyperaktiv, ich erledige jeden Tag zumindest eine Sache! Jahaaa! Da staunt ihr! Ich übrigens auch!

Jedenfalls, kommenden Dienstag findet der Besichtigungstermin mit meinem Vermieter und einem Typen von der Immobilienverwaltung statt und ich hab das totale Herzrasen. Ich bin so schrecklich ungeübt mit sowas und habe ein schlechtes Gewissen, weil die Wohnung ja nicht im Bestzustand ist. Ich kann sie nicht anstreichen bis zu meinem Auszug und es gibt auch kleinere Mängel, die einfach im Laufe der Zeit entstanden sind. Außerdem sieht es bei mir aus wie bei Hempels unterm Sofa und putzen müßte ich auch noch, die gucken doch bestimmt in jede Ecke, oder?

Manomanoman.

Ich werde mich einfach an sie heranschmeissen. Zuerst werde ich die Einbauküche als Bestechung anbieten, wenn es arg wird zusätzlich die Waschmaschine und wenn es ganz schlimm kommt, verkaufe ich eben meinen Körper.

Was solls.

 

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In letzter Zeit habe ich rein zufällig mehrere biographische Dokumentationen oder Filme gesehen.

Begonnen hat es mit Control, einem Film über das Leben des Sängers von Joy Division , Ian Curtis. Ich fand den Film sehr beeindruckend, weil mir diese Welt aus derartiger Zerrissenheit und Drogenkonsum, Ambivalenz zwischen einem normalen Bürojob und der exaltierten künstlerischen Hingabe persönlich eher fremd ist. Spannend fand ich die Entwicklung der Band, aus der später New Order hervorging, zu deren Titel

viele von uns vermutlich schon herumgehüpft sind. Das tragische Ende von Ian Curtis, der unter Epilepsie litt und sich im Alter von 24 Jahren erhängte, hat mich eine Weile beschäftigt. Vermutlich hat eine falsche Medikation im Zusammenhang mit seinem Drogenkonsum zu diesem Ende geführt, das wäre zu verhindern gewesen.

Danach folgte ein Film über The Doors von Oliver Stone, insbesondere über das Leben und die hauptsächlich durch Drogen und Alkohol verursachte Selbstzerstörung von Jim Morrison. Ich fand den Film stellenweise recht anstrengend, da ich die langen esoterischen Sequenzen nicht mochte und laut des Zitats des ehemaligen Keyboarders der Doors war der Film auch oft nicht nah an der wirklichen Persönlichkeit Morrisons dran. Aber worauf ich hinaus will ist der Fakt, dass mir da Andy Warhol begegnete und ich die Szenen mit ihm sehr seltsam empfand. Er wirkte auf mich wie ein blasser Greis, fast eine Karikatur seiner selbst, unheimlich, niemand der mich innerlich fasziniert.

Kurze Zeit später las ich dann beim zufälligen Stöbern auf Wikipedia – ja, solche seltsamen Dinge mache ich – einen Artikel über Kyra Sedgwick, die vielen von uns als Schauspielerin bekannt ist. Sie ist eine Cousine 2. Grades von Edie Sedgwick, von der ich schon durch die Verfilmung Factory Girl gehört, aber den Film noch nicht gesehen habe. Und natürlich tauchte er da wieder auf, Andy Warhol, der mir als Mensch durch die Schilderungen dieser Zeit immer suspekter wurde, dessen Kunst ich jedoch respektiere. Aber ich habe mich gefragt wie es geschehen konnte, dass er so viele sklavische Anhänger hatte und war erstaunt darüber, dass es da verschiedene Gangs gab: Die Amphetamin-Gang um Warhol und die eher heroinlastige Gang um Bob Dylan. Ich kam mir durch die Berichte geradezu vor, wie in einer zweitklassigen Strassengang-Doku über New York! Da ging es ja menschlich zu wie im Kindergarten und emotional gesehen eher sehr strange. Ich war doch gelinde erschüttert über diese Zeit, die ich bisher immer durch die Studio 54-rosarote Brille gesehen hatte, wobei…so romantisch war auch das nicht, wie ich inzwischen längst wußte.

Und dann kam kürzlich die Dokumentation The Universe of Keith Haring dazu,  die mich im übrigen sehr beeindruckt hat und schnell zu einem Fan des Künstlers werden liess, der leider an den Folgen einer Aids-Erkrankung sehr jung starb.

Aber wieder Andy Warhol, mit dem er befreundet war und wo ich auch zum ersten Mal nicht den Eindruck hatte, dass Warhol ihn negativ beeinflusst hätte.

Ich werde mich noch ein Weilchen weiter mit Warhol beschäftigen, weil ich ihn nicht für ein Mysterium halte, sondern für einen Menschen der es genoss, dass andere ihn bedingungslos bewunderten und der gnadenlos dabei zusehen konnte, wie sie sich selbst zerstörten. Ich gebe ihm momentan dafür schon eine gewisse Mitschuld und ich mag ihn nicht. Vielleicht verändert sich das noch, ich gebe jedem eine Chance.

Und was Bob Dylan betrifft: Ich war ehrlich enttäuscht von diesem Gehabe mit Edie Sedgwick und obwohl ich ihn auch bisher nicht sonderlich toll fand, sank er dadurch noch ein bißchen in meiner Achtung.

Aber das wird ihn wohl kaum interessieren.

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Ich lese ja zu gerne in anderen Blogs mit.

Auch wenn ich mich nicht immer bemerkbar mache, aber ja, ich mag es sehr in anderer Menschen Leben und Interessen zu stöbern.

Und allerliebst gerne würde ich auch manchmal einen Kommentar zu einem Artikel erstellen. Manchmal geht das schwupps wie geschnitten Butter und manchmal ist das so mühselig, dass ich scheitere und aufgebe.

All Souls College ist so ein Beispiel, wo ich heute zu gerne einen Kommentar beantwortet hätte. Aber leider sagt mein PC immer: Die Seite wurde verändert, um siteübergreifende Scripts zu verhindern. Bumm. Ich kann also die beiden kryptischen und für Blindschleichen wie mich sowieso kaum entzifferbaren Worte nicht eingeben und so wird meine spontane Antwort in den unendlichen Weiten des Weltraums verschwinden. Schade!

Lieber A., Autor des All Souls College, solltest du dir weitere Kommunikation meinerseits in deinem Blog wünschen, würde ich mich über eine Änderung der Einstellungen extrem freuen.

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Ich war heute beim Friseur. Ihr wisst schon, das monatliche nein-ich-hab-keine-grauen-Haare-Verleugnungsritual, nämlich Ansatz nachfärben.

Wenn euch das unbekannt ist, dann tiriliert kurz still vor euch hin.

Friseur langweilt mich immer ganz schrecklich, es ist eine ungeliebte Pflicht. Sie kostet viel Geld, stiehlt mir jede Menge Zeit und ist kaum neben den Bürozeiten unterzubringen. Aus meiner Meg Ryan Gedächtnisfrisur ist sowieso inzwischen schon wieder ein Iro-typischer Wildwuchs geworden, der sich mir jeden Morgen entgegenreckt und mir leise zuraunt: Du bändigst mich nicht, Weib!

Der Friseurladen ist ein Taubenschlag und ständig entdecke ich neue Mitarbeiterinnen dort. Vermutlich Auszubildende in den verschiedensten Lernstufen. Um nicht vor Langeweile zu sterben, beobachte ich immer interessiert was sie denn so machen, ob sie sich frisurtechnisch schon dem aktuellen Trend angepasst haben, sich ausprobieren an armen, unschuldigen Kunden und ob es Talente gibt. Und so habe ich in den letzten Jahren schon viele kommen und verschwinden sehen. Ich freue mich, wenn ich die positiven Entwicklungen sehe und blicke ungnädig auf diejenigen, die hilflos herumstehen und auch im 2. Jahr noch nicht begreifen, dass sie manche Dinge auch ohne Aufforderung erledigen könnten.

Eine fiel mir jedoch auf in dem ganzen Gewimmel. Sie wirkte so lustlos, uninteressiert und ich dachte immer, dass das wohl keine lange Karriere wird. Sie war jedoch dennoch professionell und abgesehen von den hängenden Mundwinkeln gab es keinen Grund zur Klage. Durfte sie jedoch eine wie auch immer geartete kosmetische Behandlung durchführen, war sie ein anderer Mensch. Hingebungsvoll zupfte sie stundenlang an Augenbrauen herum, schnitt die Härchen in die optimale Länge und während ich schon beim Zusehen hibbelig wurde und dachte, meine Güte, die Härchen sind nun wirklich zu 100 % abgerichtet, stutzte und kämmte sie noch Ewigkeiten weiter. Perfektion in Vollendung!

Heute also leistete Natalie, so heißt die Perfektionistin ohne Hingabe an den Friseurberuf nämlich, bei mir ihren Frondienst ab. Farbe auftragen, was kein ausgelernter Friseur – der etwas auf sich hält – selbst macht, da müssen immer die Azubis ran. Natalie trug auf, mir war langweilig, also befragte ich sie nach ihren Zukunftsplänen. Wann sie mit der Ausbildung fertig sei und was sie danach so plane (weil, Friseurin sollte es doch sicher mit dieser mangelnden Leidenschaft nicht sein, oder?). Nächstes Jahr sei sie fertig und danach möchte sie eine Ausbildung zur Kosmetikerin machen, sagt sie.

Ich sage ihr, ja, das sei eine tolle Idee! Ich hätte sie beobachtet bei anderen Kundinnen, ihre Hingabe bemerkt und wie sie wahre Kunstwerke vollbrachte, immer stilvoll, nie überdimensioniertes Make-Up, sehr dezent und perfekte Gesichter zaubere. Auch ihr eigenes Make-Up sei immer wunderschön, nie zuviel, aber makellos. Sie werde sicher zukünftig viele zufriedene Kundinnen haben. Eine kleine Künstlerin auf ihrem Gebiet.

Ich habe selten einen Menschen so leuchten sehen, wie sie ab diesem Moment. Sie strahlte von innen, bedankte sich für das Gespräch und schwebte anschliessend nur noch durch den Raum. Alle 5 Minuten fragte sie, ob ich etwas brauche, ob es mir gutgehe und ich hatte das Gefühl, sie mochte gar nicht mehr von meinem Platz weggehen.

Es ist schön, wenn man einen Menschen mit wenigen Worten so glücklich machen kann.

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Juut. Die Wohnung habe ich letzten Freitag gekündigt. Ich habe noch keine Rückmeldung irgendwelcher Art, das behalte ich mal sicherheitshalber im Auge.

Das Geschäft mit den zu verkaufenden und verschenkenden Sachen aus der Wohnung hält sich nach glänzendem Start inzwischen auch in Grenzen.  Macht aber nichts, weil ich die Dinge die relativ viel Wert hatten oder sperrig waren schon weg habe.

Alles andere mit Wert und/oder sperrig kann ich jetzt noch nicht hergeben, sonst schlaf ich auf dem Boden und esse aus Dosen kaltes Irgendwas und wer will das schon für noch fast 6 Wochen. Isch nüscht.

Mangels Kartons bin ich jetzt dazu übergegangen schonmal täglich irgendwelches Schrottzeugs in den Müllcontainer zu werfen und unauffällig mit dem Hausmüll zu entsorgen. Natürlich alles biologisch abbaubar *räusper*.

Nun warte ich darauf, dass ich diverse Sachen noch mit meinem Vermieter aushandeln kann, so nach dem Motto:

  • Ach, da ist ein Loch in der Wand? Da sollte eigentlich mal die Garderobe hin, aber leider brach 1 Zentner Putz aus der Wand und man sieht es nicht, weil ich ganz zufällig dieses gerahmte Foto von einer Session Billie Holiday meets Louis Armstrong darüber gehängt habe? Hm, dafür lasse ich Ihnen einfach meine wunderschöne Leiter hier, die können sie doch ganz bestimmt gebrauchen (und ich muß sie nicht nach Köln schleppen)?
  • Huch, tatsächlich! Das ist mir noch gar nicht aufgefallen, dass die Duschkabine repariert werden muß. Vielleicht lasse ich dafür den Kühlschrank in der Küche stehen (und ich muß das alte Schrottdings nicht nach Köln schleppen)?
  • Jetzt, wo sie es sagen! Die Farbe im Schlafzimmer ist wirklich sehr dunkel…ähm…rot….und ja, das müßte evtl. gestrichen werden….hm, vielleicht kann ich ja dafür dieses tolle Schlafsofa oder den hochmodernen, stabilen Kleiderschrank hierlassen (und ich muß sie nicht nach Köln schleppen)?

Naja, träumen darf man ja…und solange ich meine Kaution komplett zurück erhalte, nehme ich jedes Opfer auf mich. Sogar, dass ich diese wundervollen, wertvollen, für mich fast lebenswichtigen Dinge in Wien zurücklasse….oh, ich muß schon wieder weinen bei dem Gedanken daran. Vor allem wegen der Leiter, an der hab ich wirklich gehangen!

Zumindest meine Strickjacke, tausend Mal und dauernd Fäden gezogen an dem blöden Di…ehm….der tollen Leiter.

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Ich komme nicht umhin mich zu fragen:

Wie schaffen die Biester das immer?

Ich hatte es mir so schön vorgestellt. Ich habe irgendwann meinen letzten Arbeitstag. Ich sage niemandem, wann genau. Ich tue so, als wenn alles ganz natürlich wäre und gehe dann, ohne Aufsehen, ohne mich Umzusehen.

Aber nööö.

Mein Team will feiern. Party. Essen. Großer Bahnhof. Sie haben schon herausgefunden, dass ich nicht bis Ende April, sondern nur bis Mitte April arbeite.

Und nun? Hatte ich heute eine Mail, dass ich (!) am 14.04. zu Essen und Getränken in ein uns wohlbekanntes italienisches Lokal einlade, später geht es dann noch in so einen Schuppen, kenn ich nicht, werde ich kennenlernen. Ich darf aber die Hälfte zahlen.

So sind sie, die Wiener. Bekommen 5 Jahre lang die Zähne nicht auseinander und jetzt wollen sie dringend mit mir feiern.

Na juut. Ich freu mich schon irgendwie auf das Pack, das Elende….

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Eben war Göknur da und hat sich eine kleine Stehlampe abgeholt.

Reizend war sie, hatte auch vorher schon eine sehr freundliche Mail geschrieben und war sehr pünktlich, ich schätze es wenn Menschen mir nicht meine Zeit durch Unpünktlichkeit stehlen.

Da fiel ihr Blick auf das – zugegebenermaßen – sehr sanfte Licht einer weiteren Lampe im Wohnzimmer und völlig entzückt fragte sie gleich nach, ob es diese denn auch zum Kauf gäbe. Ich habe sie dann auf Mitte/Ende April vertröstet und darauf hingewiesen, dass es diese Lampe dann aber nicht geschenkt, sondern gegen einen gewissen Obulus geben würde. Hingerissen beteuerte sie ihr Interesse und ich versprach, sie zeitig zu informieren.

Eine Lampe, die ich persönlich so scheußlich finde, dass ich sie nicht mal geschenkt genommen hätte, wenn sie mir nicht vor 4 Jahren in meiner Abwesenheit aufgezwungen worden wäre.

Ich bin immer wieder fasziniert, wie verschieden die Geschmäcker sind und freue mich, dass ich Göknur im April mit dieser massiven Monstrosität ein weiteres Mal glücklich machen kann.

Hach.

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